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Bei der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) handelt es sich um ein in sich geschlossenes Medizinsystem, welches sich in China im Lauf von tausenden Jahren entwickelt hat. Es gibt auf der Welt keine medizinische Schule, die sich durch Jahrtausende so unverändert erhalten und bewährt hat wie die TCM. Sie ist ein wesentlich älteres, in sich geschlossenes Erklärungsmodell, als es alle unsere westlichen Schulen vorzuweisen haben.
Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt die Behandlungsplanung nach Erstellung von Disharmoniemustern. Das Disharmoniemuster ist das komplette Bild, welches ein Patient zeigt und umfasst Zeichen, Symptome, Geruchswahrnehmungen, Farbänderungen, Zungen- und Pulsdiagnose, alles Zeichen, die ein Arzt mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen kann.
Das heißt, es wird zu ergründen versucht, ob sich der Patient in einem definierbaren energetischen Zustand befindet, der über eine ausgleichende Wirkung der Akupunkturpunkte zu korrigieren ist. Die aus dem Gleichgewicht geratene Yin– Yang- Beziehung stellt den Rahmen für eine Behandlung dar. Der Therapeut muss mit einer darauf abgestimmten Behandlung versuchen, wieder das Gleichgewicht herzustellen.
Schwerpunkt dieser Betrachtungsweise ist es, Beziehungen der einzelnen Geschehnisse im Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt zueinander in Verbindung zu bringen.
Akupunkturbehandlung
Viele Menschen sahen Akupunktur nur in Bezug auf die Linderung von Schmerzen und Behandlung von körperlichen Beschwerden. Die Akupunktur ist eine grundlegende Komponente eines komplexen chinesischen medizinischen Modell, das diagnostiziert und behandelt Krankheit seit mehr als 23 Jahrhunderten, ihre Rolle bei der Behandlung von Bedingungen im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit wird oft übersehen.
Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass der menschliche Körper ein integrierter Organismus ist, keine diagnostische Unterscheidung zwischen Geist, Körper und Geist.
Wie kaum eine andere Medizintradition ist die große alte Medizin Chinas in ihrer einzigartigen Sicht- und Erkenntnisweise eine ganzheitliche Medizin im Sinne der Einheit von Körper, Geist und Seele. Und genau dieses Paradigma macht die Sichtweise der chinesischen Medizin für die Psychologie, Psychoanalyse und Psychotherapie besonders interessant – eine Sichtweise, durch die der Mensch tiefgreifend Heil und Heilung erfahren kann.
Das Beispiel von Depression in der Traditionellen Chinesischen Medizin
Der Begriff Depression wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin damit erklärt, dass das Gleichgewicht der Lebensenergie zwischen Yin und Yang gestört ist und dass das Yin in Körper, Geist und Seele dominierend ist.
Sowohl innere Einflüsse wie Müdigkeit, passive, negative Gedanken und Erinnerungen, Stress, Sorgen, Ängste, Ärger, Traurigkeit und Schmerzen können für die Zunahme an Yin verantwortlich sein, aber auch äussere Einwirkungen wie die Nacht, der Winter, Dunkelheit, Kälte, Nässe, gespanntes Verhältnis am Arbeitsplatz oder auch Störfelder von Narben, etc.
Ziel der Behandlung durch die chinesische Medizin ist es also, die Yang-Energie aufzubauen, damit das Gleichgewicht von Yin und Yang wieder hergestellt wird.
Auch "innere" Faktoren führen zu Störungen der Lebensenergie, z.B. Fehlernährung oder übermäßige psychische Belastungen, und kommen somit als Krankheitsursachen in Frage. Ein Übermaß an bestimmten Gefühlen wie Angst, Wut, Zorn, Grübeln, Erregung oder Traurigkeit führt zu einer Störung der Lebensenergie einzelner innerer Organe, besonders wenn diese Gefühle plötzlich und intensiv auftreten und unzureichend verarbeitet werden.
Angst schwächt die Niere, Wut und Zorn führen zu einer Disharmonie der Leber, die oft mit einer Füllereaktion verbunden ist. Traurigkeit schwächt die Lungenenergie, übermäßige Erregung schädigt das Herz, Grübeln führt zu Störungen der Verdauungsfunktion, also des Milz-Pankreas und des Magens. Von den emotionalen Faktoren werden sowohl die Yin- als auch die Yang-Organe beeinflusst, entsprechend dem System der fünf Wandlungsphasen.
Bei Gesundheit fließt die Lebensenergie (die Chinesen bezeichnen diese als „Chi" oder „Qi") in Harmonie, die Funktionen der einzelnen Organe sind kräftig und ungestört. Krankheiten sind in der Akupunktur auf eine Störung im Fließen der Lebensenergie zurückzuführen. Es kann eine Schwäche oder eine Fülle der Lebenskräfte vorliegen. Auch eine Blockade im Fluss der Lebensenergie kann Schmerzen oder andere Gesundheitsstörungen und Krankheiten hervorrufen.
>Während in Deutschland die Schulmedizin vor ca. 100 Jahren begann, den menschlichen Organismus immer mehr zu zerlegen und alle Einzelteile bis hin zu den Zellbestandteilen genauestens zu untersuchen und auf eine Funktion zu beschränken, blieb die Seele/Psyche des Menschen unbeachtet.
Die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele des Menschen und seiner Umwelt, der ganzheitlichen Medizin, blieb dem Individuum Patient versagt.<
Der Akupunkurtherapeut berücksichtigt die Zusammenhänge zwischen der Natur und dem kranken Menschen. Eine Akupunkturbehandlung hat zum Ziel, den Organismus auszugleichen, die Harmonie zwischen Geist und Körper mit seinem Umfeld wieder herzustellen und gegen schädigende Einflüsse widerstandsfähiger zu machen.
Wenn Gefühle nicht bewusst wahrgenommen oder verdrängt werden, kommt es häufig zu chronischen Störungen der Organfunktionen. In der Akupunkturbehandlung können solche Gefühle während oder nach der Sitzung herauskommen, für den Patienten oft unerwartet. Für die Heilung einer Organstörung ist dies sehr vorteilhaft.
Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie schrieb, dass zuerst die "Lebenskraft" gestört wird. Normalerweise ist diese Kraft in der Lage, selbst mit der Störung fertig zu werden. Wenn der schädigende Einfluss aber zu massiv ist oder zu lange andauert, kann sie sich nicht mehr selbst helfen. Zunächst wird versucht, die Bedrohung zu einer Stelle zu verlagern, die weniger bedrohlich für die Existenz des Menschen ist. Die Körperebene soll abfangen, was für die Psyche nicht zu bewältigen ist. Tics und psychosomatische Erkrankungen können auf diese Weise entstehen. Leider ist es nicht immer möglich, über diesen Mechanismus die schlimmen Folgen der Einwirkungen abzufangen. Depressionen, Psychosen usw. entstehen. Homöopathische Arzneimittel bewirken, wenn sie gut gewählt sind, eine Stärkung der Lebenskraft und damit eine Veränderung auch auf der seelisch/geistigen Ebene.
Die chinesische Medizin sieht das ähnlich. Wenn das Qi stagniert, wird der Mensch krank. Das Qi ist nicht greifbar. Es ist die Kraft, die alle Lebensvorgänge steuert. Wenn man so will, die Lebensenergie oder Lebenskraft.
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